A
Adrenalin
Hormon (Botenstoff), das im Nebennierenmark gebildet wird und pulsbeschleunigend wirkt. Zusätzlich verengt Adrenalin die peripheren (also an der Körperaußenseite liegenden) Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und weitet die Bronchien.
Allergen
Unter diesem Sammelbegriff verbergen sich z. T. sehr unterschiedliche Stoffe, denn als Allergen wird alles bezeichnet, was eine Allergie auslöst, also z. B. Tierhautschuppen (Tierhaar-Allergie) ebenso wie ein Eiweißmolekül der Blütenpollen-Wand (Pollen-Allergie) oder Latex (Latex-Allergie).
Allergene gelangen z. B. über die Luft in die Atemwege (Heuschnupfen, Asthma) und haben dort Kontakt mit den Schleimhäuten, oder sie gelangen unmittelbar an die menschliche Haut oder werden über die Nahrung aufgenommen und kommen in Berührung mit den Schleimhäuten des Magen-Darm-Traktes (Nahrungsmittelallergie). Von einer Kontakt-Allergie spricht man, wenn Hautkontakt zu Metallen, Chemikalien oder Kunststoffen zu einem sog. Kontakt-Ekzem führt. Allergie auslösend wirken auch Schimmelpilzsporen (Schimmelpilz-Allergie). Manche Menschen reagieren auf das Gift eines Insektenstiches (Insektengift-Allergie) hochgradig allergisch.
Allergenkarenz
Während einer Allergenkarenz hat der Allergiker keinen Kontakt zu den ihn jeweils belastenden Allergenen, wenn er beispielsweise in eine allergenarme Region reist oder auf Allergie auslösende Nahrungsmittel verzichtet. Hierzu benötigt der Betroffene Informationen über die Pollensituation vor Ort oder über Inhaltsstoffe der Lebensmittel.
Bei der Hausstaubmilben-Allergie kann der Allergiker dafür sorgen, dass durch geeignete Produkte oder Maßnahmen das
Allergen aus seiner Umgebung entfernt wird.
Allergie
Der Allergologe unterscheidet verschiedene Typen von Allergien. Die Typ-I-Allergien sind die so genannten Soforttyp-Allergien, klinische Beispiele sind Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien und Insektengift-Allergie. Die Soforttyp-Allergien haben zahlenmäßig die größte Bedeutung.
Die Typ II-Allergie ist eine sehr seltene Form der Allergie, bei der z. B. Zellen des Blutes geschädigt werden können. Mögliche Auslöser der Typ II-Allergie können Medikamente sein. Die Typ III-Allergie stellt eine häufige Form der Medikamenten-Allergie dar. Antikörper binden sich hierbei an im Blut gelöste , z. B. Medikamente. Hierdurch entstehen größere Zusammenschlüsse, die sich an den Gefäßwänden der kleinen Gefäße, z. B. an der Haut oder an den Nieren niederschlagen und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. An der Haut zeigt sich dies in Form eines Hautausschlages (Exanthem), meist als kleine punktförmige Hautrötungen, teilweise mit Einblutungen und Schädigungen der obersten Hautschicht sowie Juckreiz.
Bei der Typ IV-Allergie handelt es sich um eine allergische Spätreaktion (Spättyp-Allergie). Es ist die einzige Allergieform, bei der sensibilisierte Abwehrzellen (T-Lymphozyten) direkt gegen Allergene vorgehen. Während es sich bei den Typ-I-Allergenen fast immer um Eiweiße handelt, sind die Typ IV-Allergene meist kleinmolekulare Substanzen, z. B. Metalle oder Chemikalien. Klinisch äußert sich die Typ IV-Allergie als Kontakt-Ekzem.
Allergische Reaktionen beruhen auf Fehlregulationen im menschlichen Immunsystem.
Im Fall einer so genannten Soforttyp-Allergie (Typ I) passiert Folgendes:
Dringen Fremdstoffe (Antigene) in den Organismus ein, bildet das Immunsystem spezifische Antikörper oder Lymphozyten, die in der Lage sind, bei erneutem Kontakt mit diesen Fremdkörpern zu reagieren.
Im Falle der Immunität führt diese Auseinandersetzung zwischen körperfremden Substanzen und den vom Körper produzierten Stoffen zu einem Schutz; dagegen verhält es sich bei der Allergie umgekehrt: Primär unschädliche, von den meisten Menschen tolerierte Stoffe können infolge der Reaktion mit Antikörpern oder sensibilisierten Zellen zu Krankheitserscheinungen führen. Beim Kontakt des Körpers mit dem Allergie-Auslöser (Allergen) treten bei allergisch veranlagten Menschen Abwehrzellen auf den Plan und bilden in größerem Umfang Antikörper oder aktivieren T-Lymphozyten. Jetzt ist der Körper sensibilisiert, zeigt aber noch keine Krankheitssymptome. Erst beim erneuten Kontakt mit dem Allergen, z. B. einer tierischen Hautschuppe, reagiert der Körper so, dass der Betroffene es mitbekommt, etwa indem seine Nase zu laufen beginnt oder indem sich Atembeschwerden einstellen.
Einfach gesagt, reagieren Sie also deshalb auf einen bestimmten Stoff, weil Ihr Körper ihn für einen Krankheitserreger hält und weil er ihn genauso bekämpfen möchte wie eine Infektion mit Schnupfen- oder Grippeviren. Ihre Niesanfälle und der Fließschnupfen, der Sie quält, sind z. B. beim allergischen Schnupfen die Folge davon, dass eine bestimmte Sorte von Immunzellen (Mastzellen) Stoffe freisetzt, die biologisch hochaktiv sind, vor allem das sog. Histamin.
Die klinischen Zeichen einer allergischen Soforttyp-Reaktion - wie Juckreiz in der Nase, heftiges Nasenlaufen, tränende Augen, Hautreizungen, Magen-Darm-Störungen oder Atemnot - sind eine Folge dieser Histaminausschüttung. Wie kommt es dazu?
Histamin wird nur dann freigesetzt, wenn die Mastzelle mitbekommt, dass Sie in Kontakt mit einem bestimmten Stoff gekommen sind. Dafür muss sie erst einmal sensibilisiert werden, und dies geschieht über bestimmte Antikörper, die auf der Haut der Mastzelle sitzen wie Stacheln auf einem Igel. Diese "Stacheln" verbinden sich mit den eingedrungenen Antigenen (Fremdkörpern), z. B. mit Pollen, die Mastzelle bemerkt den Fremdstoff, setzt Histamin frei, und Ihre Nase beginnt beispielsweise zu jucken.
Im Kindesalter treten viele Allergien nacheinander auf und geben sich hierbei geradezu die Klinke in die Hand: In den ersten Lebensjahren dominieren atopische Dermatitis ("Neurodermitis") und Nahrungsmittelallergien, später stehen die Atemwegsallergien im Vordergrund (Asthma bronchiale, allergische Rhinitis, auch als "allergischer Schnupfen" oder "Heuschnupfen" bezeichnet). Allergische Reaktionen auf Blüten- und Gräserpollen führen zu Heuschnupfen mit Niesattacken, tränenden Augen und laufender oder verstopfter Nase. Ähnliche Symptome werden durch Bestandteile des Hausstaubmilbenkots erzeugt, diese plagen einen aber das ganze Jahr über und nicht nur während der Pollenflugzeiten. Gleiches gilt für die Schimmelpilz-Allergie. Dass Pollen nur im Frühjahr fliegen, mag der Laie glauben: Außer zwei Monaten - November und Dezember - hält der Pollenflugkalender das ganze Jahr über Unannehmlichkeiten für Allergiker parat: Es beginnt im Januar mit Erle und Hasel. Schon Anfang Februar und den ganzen März hindurch ist die Luft von Haselpollen erfüllt, Birken verstreuen ihre zahllosen Pollen im April und Anfang Mai, der Blütenstaub des Löwenzahns fliegt nahezu im gesamten Frühjahr und Sommer herum. Und so geht es dann bis November.
Bleiben die Ursachen für eine Allergie bestehen, kommt es häufig zu einer Ausweitung der Erkrankung: Aus Heuschnupfen kann beispielsweise Bronchialasthma werden, der Allergologe spricht dann von einem "Etagenwechsel" der Krankheit; sie ist eine Atemwegs-Etage nach unten "gestiegen".
Noch vor zwei Generationen stellte Heuschnupfen eine fast exotische Erkrankung dar (!), und es stellt sich die Frage nach der Ursache der schnellen Zunahme, die empirisch belegt ist. Im Rahmen einer umfangreichen ISAAC-Studie, bei der zwischen 1992 und 1996 in 155 Studienzentren 463.800 Kinder im Alter zwischen 13 und 14 Jahren untersucht wurden, sind folgende Zahlen zur Verbreitung von Allergien in Deutschland ermittelt worden:
Allergisches Asthma: 5 Prozent
Allergische Rhinitis (allergisch bedingter Schnupfen): 15 Prozent
Sensibilisierungen (gegen Typ I-Allergene): 30 bis 40 Prozent
Dabei belegte Deutschland bei der Studie, wie bereits erwähnt, nur einen Mittelplatz. Großbritannien, Neuseeland und Australien führen die Asthma-Statistik an; am unteren Ende der Skala finden sich Länder wie Rumänien und Albanien, Schlusslicht ist Indonesien mit einer Asthma-Prävalenz von unter zwei Prozent.
Fazit: Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen nimmt seit 15 bis 20 Jahren stetig zu!
Die Gründe für diese häufigen Erkrankungen sind noch nicht endgültig erforscht, konkrete Ergebnisse hierzu sind erst in den nächsten Jahren zu erwarten. Als Hauptursachen werden vermutet:
- Die Veränderung unserer Lebensbedingungen und -gewohnheiten
- Umwelteinflüsse, insbesondere Dieselpartikel.
Ein wesentlicher Risikofaktor sind offenbar Lebens- und Wohnstil in westlichen Industriestaaten, denn beispielsweise ist es in Ostdeutschland seit der Wende zu einem rapiden Anstieg allergischer Erkrankungen gekommen: Innerhalb von nur zehn Jahren stieg die niedrige Allergierate im Osten (trotz der bekannten dortigen Umweltbelastungen!) auf das weit höhere westliche Niveau. Auch eine erbliche Komponente ist offensichtlich vorhanden.
Allergie-Pass
Der Allergie-Pass ist ein Ausweis, in dem neben Ihren persönlichen Daten sämtliche Medikamenten- und Kontaktallergene aufgelistet sind (ggf. auch andere gefährliche Allergene, z. B. der Wespe oder Latex). Diesen Pass sollten Sie jedem Arzt - auch Zahnarzt - zeigen, der Sie behandelt, sowie jedem Apotheker, wenn Sie verschriebene Medikamente abholen oder rezeptfreie kaufen, damit sie rechtzeitig auf eventuelle Gefahren aufmerksam werden.
Allergie-Test
Nach einer Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) durch ein persönliches Gespräch, einen Fragebogen oder ein Beschwerdetagebuch kann der Allergologe folgende Tests durchführen:
Reibtest
Scratchtest
Pricktest
Intrakutantest
Epikutantest (Patchtest); Reaktion wird erst nach ein bis drei Tagen beurteilt.
Provokationstests
Blut-/Labortests
Während die ersten vier Haut-Testungen zur Diagnostik von Soforttyp-Allergien (Typ I-Allergien) verwendet werden, wird der so genannte Epikutantest zur Diagnostik von Spättyp-Allergien (Typ IV-Allergien) verwendet. Bei den Hauttests für Soforttyp-Allergien wird die Reaktion nach ca. 20 Minuten beurteilt.
Das im Hauttest ermittelte Allergen wird in Provokationstests direkt auf der betroffenen Schleimhaut getestet (z. B. Nasenschleimhaut bei Heuschnupfen). Provokationstests müssen unter ärztlicher (allergologischer) Aufsicht erfolgen, da sie nicht ungefährlich sind.
Allergische Rhinitis
Allergischer Schnupfen
Der allergische Schnupfen wird im Volksmund auch oft Heuschnupfen genannt, der Fachbegriff ist allergische Rhinitis. Während der eigentliche Heuschnupfen durch Kontakt mit Pollen zeitlich begrenzt, während einiger Monate im Frühjahr oder Sommer auftritt, kann auch ein ganzjähriger, allergischer Schnupfen (periennialer Schnupfen) durch ganzjährig vorkommende Allergene, wie z. B. Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen, entstehen. Der allergische Schnupfen äußert sich meist durch anfallsweise auftretenden Niesreiz bei Kontakt mit dem Allergen, verbunden mit Fließschnupfen, sowie bei längerem Bestehen durch eine behinderte Nasenatmung. Zusätzlich können Symptome an den Augen in Form von Rötung und Juckreiz (Konjunktivitis) bestehen, bei längerer Dauer besteht die Gefahr einer Entwicklung von Scheimhautwucherungen an der Nase (Polyposis nasi), die zu einer dauerhaften Behinderung der Nasenatmung führen, sowie die Gefahr asthmatischer Beschwerden. Gerade die letzteren werden gefürchtet als der so genannte "Etagenwechsel", d. h. als Wechsel der Beschwerden von der oberen Etage Nase auf die untere Etage Lunge.
Oft wird von nicht Betroffenen oder Gesundheitspolitikern die Meinung vertreten, der allergische Schnupfen sei vor allem eine Befindlichkeitsstörung und keine schwer wiegende Erkrankung. Dies ist eine Einschätzung, der unbedingt entgegen getreten werden muss. Zum einen konnten Untersuchungen Ende der Sechzigerjahre zeigen, dass durch den allergischen Schnupfen die Konzentrationsfähigkeit deutlich eingeschränkt wird - dies zeigt sich z. B. bei Kindern durch nachweisbar schlechtere schulische Leistungen während der Pollenflugzeit des betroffenen Allergens -; auf der anderen Seite ist aber auch die mögliche Beteiligung der Lungenschleimhaut sehr ernst zu nehmen. Gerade bei Kindern besteht eine erhöhte Gefahr des oben angesprochenen Etagenwechsels und eine konsequente Therapie des allergischen Schnupfens ist deshalb unbedingt anzuraten.
Symptome, bei denen man an einen allergischen Schnupfen denken muss:
•länger anhaltende Schnupfensymptome zu einer bestimmten Jahreszeit, insbesondere bei wiederholtem Auftreten in mehreren Jahren
•anfallsweises Niesen zu bestimmten Gegebenheiten, z. B. Kontakt mit Katzen
•gleichzeitiges Auftreten von Niesen sowie Juckreiz und Rötung der Augen
•Besserung der Beschwerden bei Wechsel der Örtlichkeit, z. B. das Aufsuchen geschlossener Räume bei Pollenallergie
Allergischer Schock (anaphylaktischer Schock)
Allergische Reaktionen können unterschiedlich stark sein. Der anaphylaktische Schock stellt hierbei die stärkste Reaktion dar, bei der der gesamte Organismus so heftig reagiert, dass lebenswichtige Funktionen beeinträchtigt sein können, etwa Blutkreislauf und Atmung.
Anaphylaktische Schocks sind zum Glück recht selten und können mit kreislaufstärkenden (Adrenalin) und hoch wirksamen antiallergischen Medikamenten (Antihistaminika, Kortison) behandelt werden.
Ein anaphylaktischer Schock kündigt sich in der Regel wie folgt an:
•Brennen oder Juckreiz
•Taubheitsgefühl auf der Zunge und im Rachenraum
•Bildung von Quaddeln
•Herzrasen
•Abfall des Blutdrucks bis Schwindel
Häufige Schock-Auslöser sind:
•Insektengifte
•Lebensmittel (z. B. Hasel- und Erdnüsse, Tiereiweiße)
•Arzneimittel und Zusatzstoffe in Medikamenten (wichtig: Allergie-Pass ausstellen lassen und mit sich führen!)
•Röntgenkontrastmittel
•Naturlatex
•Blutersatzstoffe
Allergisches Asthma
Während eine Allergie bei Erwachsenen jenseits des 60. Lebensjahres im Rahmen des Bronchialasthmas nur selten eine Rolle spielt, ist bei Kindern in nahezu 90 Prozent aller Fälle Asthma bronchiale mit einer Allergie verbunden.
Die mit den Asthmaanfällen einhergehende Atemnot beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern kann auch für den Betroffenen schnell zur lebensbedrohlichen Situation werden.
Typische Merkmale: Pfeifen oder Brummen beim Ausatmen, bedingt durch eine krampfartige Verengung der Bronchien und eine Überproduktion von Bronchialsekret.
Wichtige Tipps zur Vorbeugung:
•Rauchen aufgeben!
•Allergene meiden, Umweltgifte aus dem Haushalt entfernen!
•Stress so weit wie möglich reduzieren!
•Urlaubsorte gezielt auswählen!
•Lungenfunktion morgens und abends regelmäßig mit einem so genannten Peak-Flow-Meter messen; Asthma-Anfällen geht in der Regel eine allmähliche Verschlechterung der Lungenfunktion voran.
•Die medikamentöse Therapie beschwerdegerecht, aber konstant einsetzen!
Beschwerden, die an ein allergisches Asthma denken lassen:
•während der Zeit der Heuschnupfen-Beschwerden zeitweiliges Auftreten von Husten
•während der Pollenflugzeit in Frühjahr oder Sommer das Gefühl von Heiserkeit und der Bedarf, sich räuspern zu müssen
•anfallsweise auftretende Atembeklemmung nach körperlicher Anstrengung oder in der Kälte
•besonders ausgeprägte Heuschnupfen-Beschwerden
•morgendliches Abhusten von gelbem Schleim während der Zeit der Heuschnupfen-Beschwerden
•quietschendes, pfeifendes Geräusch, insbesondere beim Ende einer starken Ausatmung
Wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen, könnte ein allergisches Asthma vorliegen. In diesem Fall sollten Sie mit einem Allergologen zur weiteren Untersuchung Kontakt aufnehmen.
Allergologe
Die Bezeichnung "Allergologe" setzt voraus, dass ein Arzt sich auf dem Gebiet der Allergologie näher qualifiziert hat. Häufig sind Allergologen Fachärzte für Haut- oder Lungenerkrankungen. Die Zusatzbezeichnung "Allergologe" wird aber auch von Kinder-, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten oder Internisten erworben.
Angioödem
Tiefer gelegene Schwellung der Haut oder Schleimhäute.
Antiallergikum
Bezeichnung für Medikamente, die gegen Allergie-Erkrankungen eingesetzt werden, z. B.:
•Antihistaminika
•Bronchodilatatoren
•Mastzellenstabilisatoren
•Glukokortikoide
Antigene
Stoffe, die eine Antikörper-Reaktion hervorrufen. Im Falle von Allergien spricht man auch von Allergenen.
Antihistaminika
Antiallergisch wirksame Arzneimittel, die - wie der Name ja schon sagt - die Wirkung von Histamin blockieren, also der Substanz, die beim Allergiker die Krankheitssymptome auslöst. Antihistaminika werden häufig zur Behandlung von Heuschnupfen oder Nesselsucht (Urtikaria) eingesetzt.
Antikörper
Das Immunsystem kann körperfremde Erreger, die auch Antigene genannt werden, erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her - 1015 pro Minute. Diese unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion voneinander. Es gibt fünf Klassen von Immunglobulinen, die als Antikörper wirken:
Immunglobulin G
Die weitaus größte Menge der Antikörper stellt mit ungefähr 80 Prozent das Immunglobulin G (IgG).
Immunglobulin A - auf Schleimhäute spezialisiert
Das Immunglobulin A (IgA) ist spezialisiert auf Abwehr von Antigenen an den Oberflächen der menschlichen Schleimhäute z. B. in Nase, Rachen und Darm.
Immunglobulin M - der Schnellstarter
Wenn ein fremder Erreger in den Organismus gelangt, reagiert der Körper als erstes mit der Produktion von Immunglobulin M (IgM). Weil IgM so schnell zur Verfügung steht, wird er gelegentlich auch als "Früh-" oder "Sofort-Antikörper" bezeichnet.
Immunglobulin E - der Auslöser der Soforttyp-Allergie
Als Antwort auf einen Kontakt mit Allergenen bildet der Körper vermehrt bestimmte Antikörper vom Typ IgE (= Immunglobulin E). Diese können im Blut nachgewiesen werden. Bei den meisten allergischen Erkrankungen treten Immunglobuline der Klasse E (IgE) als Antikörper auf.
Immunglobulin (Antikörper) Häufigkeit Charakterisierung
IgG 80 Prozent wichtigste Antikörper, Gedächtnisantikörper
IgA 13 Prozent vorwiegend in Schleimhäuten und Darmwand, außerdem in der Muttermilch; schützen die Schleimhäute
IgM 6 Prozent erste Abwehr bei einer Infektion ("Sofort-Antikörper")
IgE nur wenige Auslöser der Soforttyp-Allergie
Arzneimittelallergie
Nicht zu verwechseln mit Arzneimittel-Nebenwirkungen, Überdosierungserscheinungen oder - Unverträglichkeitsreaktionen. Häufige Auslöser sind Antibiotika (Penizilline, Beta-Lactam-Antibiotika, auch Cephalosporine), aber auch Schmerzmittel, z. B. Acetylsalicylsäure, Pyrazolone und andere so genannte nichtsteroidale Antirheumatika. Neben den eigentlichen Wirkstoffen der Medikamente können auch so genannte Hilfsstoffe als Allergene wirken.
Asthma
allergisches Asthma
Atopie
Überempfindlichkeit gegen Allergene. Betroffene werden als Atopiker bezeichnet. In Deutschland ist ca. jeder Dritte Atopiker.
Atopisches Ekzem
Neurodermitis
Auslöser
Allergene
Ausschlussdiät
Bei der Ausschlussdiät (auch: Eliminationsdiät) versucht man, über das Weglassen bestimmter Nahrungsmittel herauszufinden, worauf der Körper allergisch reagiert. Dies kann auch bei Kindern z. B. im Fall einer Neurodermitis interessant sein.
Man beginnt in der Regel damit, dass man ein als Auslöser verdächtigtes Lebensmittel weglässt, um zu sehen, ob sich eine Besserung einstellt.
Bei der völligen Ausschlussdiät heißt es, zunächst entweder zu fasten oder nur unverdächtige Lebensmittel zu konsumieren, wie weißen Reis, gekochte und geschälte Kartoffeln, Mineralwasser oder Schwarztee.
Wichtig: Ausschlussdiäten nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Allergologen beginnen!
B
Balsam Peru
Perubalsam
Bienenstich
Insektengiftallergie
Bindehautentzündung, allergische
Eine Bindehautentzündung ist zu erkennen an:
•Brennen
•Rötung
•Tränen
Behandlung:
Einsatz abschwellender Medikamente und von Antiallergika. Die Gefäß verengenden Augentropfen nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.
Biogene Amine
Histaminintoleranz
Blühkalender
Pollenflugkalender
Bronchiale Überreaktion
Asthma
Bronchodilatatoren
Medikamente zur schnellen Entkrampfung der Bronchienmuskulatur, z. B.:
•Theophyllin
•Beta-2-Sympathomimetika (mit Adrenalin verwandt)
C
CFS
Mit CFS wird das "Chronic Fatigue Syndrom" abgekürzt, was als chronisches Müdigkeitssyndrom übersetzt wird.
Chrom-Allergie
Kaliumdichromat
Cromoglicinsäure
Mastzellenstabilisatoren
Cumarin
phototoxische Reaktion
D
Dermatitis
Ekzem
Desensibilisierung
Hyposensibilisierung
Diät
Ausschlussdiät
Diagnostik
Am wichtigsten für eine Behandlung ist eine präzise Diagnose. Hierzu ist ein Arztbesuch notwendig. In der Regel besteht eine genaue Diagnose aus zwei Schritten:
•dem ausführlichen Gespräch und der Erfassung der Krankengeschichte (allergologische Anamnese)
•einem Allergie-Test (Haut-, Blut, oder Provokationstest)
Dibromdicyanobutan
Euxyl® K 400
Dipentamethylenthiuramdisulfid
Thiuram-Mix
Duftstoff-Mix
Häufiges
Kontakt-Allergen
E
Eiweiß
Ekzem
autentzündung mit Rötung, Schwellung, Nässen, Knötchen und Juckreiz. Vgl. Kontaktekzem. Das Ekzem ist eine Entzündung der oberen Hautschichten, ein anderes gebräuchliches Wort hierfür ist Dermatitis. Die ersten Anzeichen des Ekzems sind Rötung und Juckreiz; bei einem akuten Ekzem können danach Knötchen und Nässen auftreten. Die Abheilung erfolgt unter einer Schuppung. Bei einem chronischen Ekzem treten meist trockene, schuppende Hautveränderungen mit Rötung und Juckreiz auf, hierbei kann es auch zu einer Vergröberung der Haut (Lichenifikation) kommen.
Das Ekzem ist nur ein Symptom. Die Ursachen können vielfältig sein. Neben dem Typ IV-allergischen Kontaktekzem (Spättyp-Allergien) und der Neurodermitis (atopisches Ekzem) können auch nicht-allergische Ursachen zur Ekzembildung führen. Beispiele sind das so genannte seborrhoische Ekzem der Kopfhaut, bei der es dort zu leichter Schuppung kommt, oder das nicht-allergische irritative Kontakt-Ekzem, das z. B. nach chronischer Schädigung der Haut durch häufiges Händewaschen oder Arbeit mit Säuren oder Laugen auftreten kann.
Eliminationsdiät
Ausschlussdiät
Encasing
Milbendichten Bezugsstoff für Matratze, Kopfkissen und Oberbett beschaffen
Eine Lösung für eine Hausstaubmilbenallergie stellt aus allergologischer Sicht das Umhüllen (engl. "Encasing") von Matratze, Kopfkissen und Oberbett mit einem Bezug dar, der die Allergene im Inneren zurückhält. Dieser sollte aber wasserdampfdurchlässig sein, damit nicht als Nebeneffekt etwa Schimmel entsteht.
Bezüge sollten idealerweise auch die folgenden Eigenschaften haben:
•Sie müssen die Matratze völlig umschließen.
•Ihre Nähte sollten verschweißt oder vernäht sein.
•Sie müssen bei 60 Grad waschbar sein und die Milbendichtigkeit trotz regelmäßiger Wäsche (alle drei Monate!) behalten.
•Sie sollten aus wieder verwertbarem Material bestehen.
Die Kosten für das Encasing der Matratzen übernehmen bei nachgewiesener relevanter Hausstaubmilbenallergie einige Krankenkassen.
Endogenes Ekzem
Neurodermitis
Epikutantest (Patchtest)
Beim Epikutantest werden verdächtige Kontakt-Allergene mittels Testpflaster auf den Rücken des Patienten aufgeklebt. Die Testpflaster verbleiben für 48 h auf dem Rücken, danach werden sie entfernt, und es erfolgt die erste Ablesung. Einen Tag später, nach 72 h, erfolgt die zweite Ablesung. Bei einigen Allergenen oder unklaren Reaktionen müssen sogar noch weitere Ablesungen an den nächsten Tagen erfolgen. Die Dauer des Testes erklärt sich aus dem Mechanismus der Spättyp-Allergie (Typ IV-Allergie), bei der es nach Allergen-Kontakt nur langsam, meist nach einem bis drei Tagen durch Einwanderung von Abwehrzellen (T-Lymphozyten) zur Reaktion kommt. Zur Testung werden die häufigen Allergene, in Vaseline gelöst, kommerziell hergestellt, es können jedoch genauso gut patienteneigene Produkte, z. B. Kosmetika, verwendet werden.
Etagenwechsel
Bleiben die Ursachen für eine Allergie bestehen, kommt es häufig zu einer Ausweitung der Erkrankung: Aus Heuschnupfen kann beispielsweise Bronchialasthma werden, der Allergologe spricht dann von einem "Etagenwechsel" der Krankheit; sie ist eine Atemwegs-Etage nach unten "gestiegen".
Euxyl® K 100
Kathon® CG/(Chlor)Methylisothiazolon (3:1)
Euxyl® K 400
Häufiges
Kontakt-Allergen
E-Nummern
F
Fructose-Intoleranz
Fructose-Intoleranz (intestinale Fructose-Intoleranz, Fructosemalabsorption (FM)) ist die Bezeichnung für die Unverträglichkeit von Fruchtzucker (Fructose). Fructose ist natürlicherweise in Nahrungsmitteln enthalten, vor allem in Obst und Gemüse. Sie wird zudem industriell zum Süßen und in Medikamenten eingesetzt. Sorbit/Sorbitol verschlimmert die Beschwerden zusätzlich.
Fructose-Intoleranz ist keine Allergie und kein Enzymdefekt. Die Ursache liegt in einer unzureichenden Verdauung von Fruchtzucker im Dünndarm. Diese Störung kann angeboren oder erworben sein, sie kann vorübergehend oder auch lebenslang bestehen.
Als Symptome zeigen sich Magen- und Darmprobleme in unterschiedlicher Stärke: Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall. Auch psychische Probleme, wie Depressionen, und unspezifische Symptome, u.a. Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, können auftreten. Die Beschwerden sind nicht lebensbedrohend. Sie beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen jedoch sehr.
Die Diagnose der intestinalen Fructose-Intoleranz erfolgt durch den so genannten H2-Atemtest. Der Patient bekommt eine Fruchtzuckerlösung zu trinken, danach wird in seinem Atem der Gehalt von Wasserstoff (H2) gemessen und bewertet.
Fructose-Intoleranz ist nicht heilbar. Durch eine fructosearme Diät kann jedoch Beschwerdefreiheit erreicht werden. Wie streng die Diät sein muss, hängt von der Empfindlichkeit des Patienten ab. Um die individuelle Toleranzgrenze heraus zu finden und bei der Zusammenstellung der therapeutischen Diät sollte eine Ernährungsfachkraft helfen.
G
Ganzjähriger (periennialer) Schnupfen
allergischer Schnupfen
Glukokortikoide
Von Nebennierenrindenhormonen abgeleitete, hoch wirksame Medikamente, die die Aktivität des Immunsystems und damit auch Entzündungen hemmen. Meist auf der Haut oder auf Schleimhäuten angewendet, im seltenen Fall eines anaphylaktischen Schocks auch durch direkte Injektion in die Vene.
Gluten
Klebereiweiß, das in den Getreidesorten Weizen, Gerste, Roggen und Hafer enthalten ist. Macht etwa 10 Prozent des Weizenmehles aus. Zöliakie.
Gluten-Allergie
Zöliakie
Graspollenallergie
Pollenallergie
Grotan® K
Kathon® CG/(Chlor)Methylisothiazolon (3:1)
H
Hausstaubmilben
Von ca. 30.000 verschiedenen Milbenarten sind zwei für die Entstehung einer Allergie besonders wichtig. Die so genannten Dermatophagiode ernähren sich von menschlichen Hautabschilferungen, was auch ihr Name ausdrückt (gr. derma = Haut; phagein = essen). Von den 1,5 g Hautschuppen, die der Mensch täglich verliert, können 1,5 Millionen Hausstaubmilben leben! Hält man ein Haustier, so erweitert man ggf. die Nahrungspalette der Milben entsprechend um Hautpartikel, Haare und Federn.
Milben sind winzige Spinnentiere mit einer im Vergleich zu ihrem Volumen recht großen und dünnhäutigen Hautoberfläche, was dazu führt, dass sie relativ schnell austrocknen. Die Milbe sucht sich also gezielt eine feuchtere Umgebung für ihren Aufenthalt aus. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent und einer Umgebungstemperatur von 20-30 Grad Celsius fühlt sie sich wohl.
Folgende Fragen können Sie mit diesem Vorwissen bereits beantworten:
•Wo hält sich die Mehrzahl der Milben auf?
Antwort: Dort, wo der Mensch die meisten Hautschuppen verliert: im Bett.
•Sind Raumluftbefeuchter sinnvoll?
Für Milben schon, für Sie nicht.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Hausstaubmilben-Allergie
Hausstaubmilben-Allergie
Ein Test-Set, mit dem Sie zehn Hausstaubproben untersuchen können, gibt Aufschluss über den Belastungsgrad mit Hausstaubmilben und deren allergenhaltigen Ausscheidungen.
Ratschläge für Schlaf- und Kinderzimmer:
•Latex- und Schaumstoffmatratzen sind gut, aber nicht ausreichend. Deshalb: Matratzen mit einem milbenallergendichten Überzug verschließen! Gleiches gilt für Kopfkissen und Oberbett. Doppelbetten komplett einhüllen!
•Achten Sie auf ausreichende Lüftung unter Matratze und Bett!
•Reduzieren Sie Kuscheltiere im Bett, oder verwenden Sie nur solche, die waschbar (60 Grad) oder aus allergendichtem Material sind! Tipp: Legen Sie Stofftiere ins Eisfach! Milben sind sehr temperaturempfindlich; eine Nacht in der Tiefkühltruhe überleben sie nicht.
•Bevorzugen Sie bei der Einrichtung des Schlaf- und Kinderzimmers eine wischbaren Fußboden gegenüber einem Teppichboden!
•Verwenden Sie keine Luftbefeuchter, sondern achten Sie auf regelmäßiges Lüften (5 bis 10 Minuten)! Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent! Eine Hydrokultur ist unproblematisch.
•Rauchen Sie auf keinen Fall in der Wohnung!
•Um zu verhindern, dass eine Allergie gegen Hausstaubmilben sich ausweitet (was häufig passiert), ist es auch ratsam, sowohl auf das Halten von Haustieren als auch auf Pflanzen (Ausnahme: Hydrokultur) im Kinderzimmer zu verzichten.
Ratschläge für Hausstaubmilben-Allergiker allgemein:
Die richtige Sanierung des Bettes - Milben lieben alle Matratzen
In der Vergangenheit wurde häufig als erste Maßnahme zur Sanierung des Bettes eine Schaumstoffmatratze angeschafft, in der Hoffnung, die Milben würden diese weniger lieben als eine Federkern- oder Rosshaarmatratze. Leider machen Milben hier keinen Unterschied, und Gleiches gilt auch für die Besiedlung von Kopfkissen und Oberbett: Egal, was drin ist - Milben machen sich breit.
Grundsätzlich ergeben sich zwei Möglichkeiten, gegen die Hausstaubmilbe vorzugehen: einen Kontakt mit ihren Ausscheidungen zu verhindern oder sie selbst zu vernichten.
Den Kontakt zur Milbe verhindern - Matratze, Kopfkissen und Oberbett umhüllen
Eine Lösung aus allergologischer Sicht stellt das Umhüllen (engl. "Encasing") von Matratze, Kopfkissen und Oberbett mit einem Bezug dar, der die Allergene im Inneren zurückhält. Dieser sollte aber wasserdampfdurchlässig sein, damit nicht als Nebeneffekt etwa Schimmel entsteht.
Ergebnisse einer ersten vergleichenden Untersuchung von Encasing-Produkten - nachzulesen im Sonderdruck "Hausstaubmilbenallergie", Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis 1/1998 - haben ergeben, dass die Produkte ACb Improved und ACb Perfect Novo Allergen-Partikel gut zurückhalten, dabei aber zugleich gut durchlässig für Wasserdampf sind.
Bezüge sollten idealerweise auch die folgenden Eigenschaften haben:
•Sie müssen die Matratze völlig umschließen.
•Ihre Nähte sollten verschweißt oder vernäht sein.
•Sie müssen bei 60 Grad waschbar sein und die Milbendichtigkeit trotz regelmäßiger Wäsche (alle drei Monate!) behalten.
•Sie sollten aus wieder verwertbarem Material bestehen.
Die Kosten für das Encasing der Matratzen übernehmen bei nachgewiesener relevanter Hausstaubmilbenallergie einige Krankenkassen.
Milben vernichten - alle drei Monate wiederholen
Milbenvernichtungsmittel haben sich allenfalls für den "Siedlungsraum Fußboden" bewährt, nicht für den "Milbenwohnraum Bett". Bei der Verwendung von Acariziden auf Teppichböden etwa konnte eine Reduktion der Hausstaubmilben nachgewiesen werden. Voraussetzung für den langfristigen Erfolg: regelmäßige Anwendung, mindestens alle drei Monate, denn die Milben besiedeln den Boden nach kurzer Zeit erneut.
Chemische Reinigungsverfahren für hausstaubmilbenbelastete Materialien basieren auf Benzylbenzoat und Tanninsäure. Angeboten werden Produkte in Pulver-, Schaum- sowie in flüssiger Form. Sie sind wirksam und können die Milben auch nach einmaliger Anwendung abtöten. Der Tod der ungebetenen Mitbewohner allein bedeutet aber noch nicht ein Verschwinden der Allergene, die sich ja weiterhin etwa im Teppich befinden können. In Schlafräumen sollten Sie deshalb eine radikale Lösung ins Auge fassen: die komplette Entfernung des Teppichbodens. Auf einem Holzboden, der leicht zu reinigen ist, haben Milben keine Chance.
Klimaverschlechterung für Milben herbeiführen - aber dabei nicht übertreiben
Die Milbe liebt Temperaturen über 20 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit über 55-60 Prozent. Bei einer Raumtemperatur von 25 Grad fühlt sich die Milbe am wohlsten. Senken Sie also die Temperatur in Schlafräumen unter diese Marke, aber übertreiben Sie hierbei nicht, denn sonst kann es passieren, dass Kondenswasser entsteht, und das wiederum würde eine weitere Allergenquelle freuen: den Schimmelpilz. Ziel der Temperaturabsenkung sollte nicht der Kältetod der Milbe sein, sondern nur deren Umzug an einen anderen, möglichst entlegenen Ort.
Mit einer besseren Erfassung der Allergenkonzentrationen in der Wohnung werden eine bessere Diagnostik und dementsprechend eine konsequentere Therapie möglich. Darauf verweist C. P. Bauer von der Fachklinik Gaißach der LVA Obb. und Kinderklinik Schwabing der Technischen Universität München im Topic "Hausstaubmilbenallergie - Aspekte zur Sensibilisierung und Allergenreduktion" (Sonderdruck aus: Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis, 1/1998, 6-13).
Hauttest
Bei allen Hauttests wird das verdächtige Allergen auf die Haut gebracht und die Reaktion beobachtet. Man unterscheidet:
•Reibtest
•Scratchtest
•Pricktest
•Intrakutantest
•Epikutantest (Patchtest)
Heuschnupfen
Eigentlich Pollinose, da der Mensch nicht auf Heu, sondern auf Pollen allergisch reagiert. Ursache von Heuschnupfen ist eine falsche Immunreaktion des Körpers auf Pollen. Bei Kontakt dieser Pollen mit den Schleimhäuten wird Histamin aus bestimmten Zellen (Mastzellen) ausgeschieden, das dann zu den unangenehmen Erscheinungen an Augen, Nase und Bronchien führt. Vgl. ausführlicher unter allergischer Schnupfen.
Histamin
Histamin ist ein Mediator, also ein körpereigener Botenstoff, der von Mastzellen gebildet wird und die allergischen Symptome hervorruft. Histamin ist auch ein natürlicher Bestandteil in Nahrungsmitteln und kann zu allergieähnlichen Symptomen führen.
Histaminintoleranz
Histaminintoleranz
Die Histaminintoleranz bezeichnet eine Unverträglichkeit von Histamin bzw. histaminhaltigen Lebensmitteln.
Histamin gehört zu der Gruppe der Biogenen Amine, die im Proteinstoffwechsel durch Decarboxylierung von Aminosäuren entstehen. Dazu zählen u.a. Histamin, Tyramin, Serotonin, Phenylethylamin.
Der Begriff biogen begründet sich darin, dass meistens Mikroorganismen an diesem Stoffwechselgeschehen beteiligt sind. So liegt es nahe, dass vor allem Nahrungsmittel, die einer mikrobiellen Reifung unterliegen vermehrt Histamin enthalten. Zu diesen Nahrungsmitteln zählen vor allem Fisch und lang reifende Käsesorten. Zusätzlich wurde auch in Rotwein, Rohwurst (Salami, Cervelatwurst), Sauerkraut und Fischkonserven ein erhöhter Histamingehalt gefunden.
Normalerweise sind natürliche Mengen an Histamin in Nahrungsmitteln unproblematisch, da im Darm Abbaumechanismen vorhanden sind. Bei zu hoher Zufuhr, z.B. durch den Verzehr von überlagertem Fisch oder einer sehr histaminhaltigen mediteranen Mahlzeit (Käse, Salami, Rotwein) kann es bei empfindlichen Personen schon zu Beschwerden kommen, insbesondere Kopfschmerzen, Fließschnupfen oder verstopfte Nase, Atembeschwerden, Herzrhythmus-störungen, Magen-Darmbeschwerden, chronisch niedriger Blutdruck oder auch Urtikaria und Juckreiz.
Bei betroffenen Personen liegt entweder ein Mangel des histaminabbauenden Enzyms (der Diaminoxidase = DAO) oder aber eine verminderte Aktivität dieses Enzyms vor.
Dies führt dann zu erhöhten Plasmahistaminspiegeln.
Eine Verstärkung der Histaminbelastung entsteht dann, wenn gleichzeitig eine "echte" Allergie vorliegt und deshalb stets erhöhte Plasmahistaminspiegel zu erwarten sind, bei entzündlichen Darmerkrankungen oder aber bei Enzymhemmung durch Alkoholgenuß, verschiedene Medikamente und anderen Biogenen Aminen.
Die Symptome ähneln ganz denen von allergischen Reaktionen, was daran liegt, dass Histamin bei allergischen Prozessen vom Körper selbst produziert und ausgeschüttet wird. Histaminbedingte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten unterscheiden sich jedoch von einer "echten" Allergie dadurch , dass sie weder im Blut-, noch im Hauttest nachzuweisen sind.
Bei einem Verdacht auf eine Histaminintoleranz sollte daher stets ein Allergologe und eine Ernährungsberatung aufgesucht werden, denn nur durch eine umfassende Diagnostik mit Eliminationsdiät (histaminarme Diät) und anschließender Provokation kann eine richtige Beurteilung des Krankheitsbildes erfolgen.
Hyposensibilisierung
Bei dieser - mindestens drei Jahre dauernden - Therapieform erhält der Allergiker das Allergen in langsam ansteigender Dosis unter die Haut gespritzt, um auf Dauer die Empfindlichkeit gegenüber diesem zu vermindern.
Sehr hohe Erfolgsquote bei:
•Insektengift-Allergie
Hohe Erfolgsquote (ca. 90 Prozent) bei:
•Hausstaubmilben-Allergie
•Pollen-Allergien
Geringere Erfolgsquote bei:
•Schimmelpilzsporen
•Tierhaar-Allergien
I
Immunglobuline
Antikörper
Immunsystem
Viren, Bakterien und Pilze sind für unseren Körper sind sie potenzielle Gefahrenquellen, die so schnell wie möglich unschädlich gemacht werden müssen. Hierfür sind hauptsächlich die weißen Blutkörperchen zuständig, die Leukozyten. Sie kommen in verschiedenen Formen im Blut und in der Lymphflüssigkeit sowie zwischen den einzelnen Körperzellen vor. Unterschieden werden:
•Fresszellen,
•T-Zellen
•B-Zellen
Die Fresszellen sind eine besondere Form der Leukozyten. Sie halten sich überall im Organismus auf, immer auf der Suche nach Antigenen.
Treffen die Fresszellen auf ein Antigen, so vernichten sie den Fremdling durch Phagozytose (Umschließen und Verdauen) und senden ein chemisches Signal aus, das die T-Zellen alarmiert. Auf diese Weise beseitigen die Fresszellen neben Pilzen, Bakterien und Viren auch andere kleine Fremdpartikel sowie Reste von verbrauchten körpereigenen Zellen.
T-Zellen haben eine Schlüsselfunktion für die Abwehr. Besonders wichtig sind sie für die Bekämpfung von Viren und Krebszellen. Bei der Immunschwächekrankheit AIDS werden die T-Helferzellen durch das HIV zerstört. Der Körper kann jetzt keine Abwehrvorgänge mehr in Gang setzen, weil die T-Helferzellen die B-Zellen nicht mehr mit der Information zur Entwicklung von Antikörpern versorgen können. Im Verlauf der Krankheit nimmt die Abwehrschwäche immer mehr zu, bis schließlich das gesamte System zusammenbricht. Der AIDS-Patient stirbt nicht an dem HIV, sondern an vielen verschiedenen sekundären Erkrankungen, denen sein Körper nun nichts mehr entgegenzusetzen hat.
Die T-Unterdrückerzellen haben eine Kontrollfunktion. Sie kontrollieren den Verlauf der Abwehrreaktion, bewirken beispielweise, dass weniger oder keine Antikörper mehr von den B-Zellen gebildet werden. Die Produktion von Antikörpern hält so lange an, bis die B-Zelle von der T-Unterdrückerzelle ein Signal zum Produktionsstopp erhält.
Immunität von Embryo, Fetus und Neugeborenem
Das Immunsystem kann körperfremde Erreger, die auch Antigene genannt werden, erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her - 1015 pro Minute. Diese unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion voneinander. Es gibt fünf Klassen von Immunglobulinen, die als Antikörper wirken. Davon sind hier die wichtigsten aufgeführt:
Immunglobulin G - das häufigste
Die weitaus größte Menge der Antikörper stellt mit ungefähr 80 Prozent das Immunglobulin G (IgG). Diese Klasse von Antikörpern kann als einzige die Plazenta von der Mutter zum Kind passieren. Durch den Übertritt von Antikörpern der Mutter durch die Plazenta besitzt das Kind einen gewissen Schutz gegen
•Masern (Virus),
•Diphtherie (Bakterium),
•Scharlach (Viren-Bakterien-Symbiose),
•Windpocken (Virus),
•Poliomyelitis (Kinderlähmung, Virus) und
•Mumps (Virus).
•Ungenügend ist der Schutz gegen Tetanus (Bakterium) und Keuchhusten (Bakterium).
Immunglobulin A - auf Schleimhäute spezialisiert
Das Immunglobulin A (IgA) ist spezialisiert auf Abwehr von Antigenen an den Oberflächen der menschlichen Schleimhäute z. B. in Nase, Rachen und Darm. Antikörper des Typs IgA passen nicht durch den Filter der Plazenta.
Immunglobulin M - der Schnellstarter unter den Immunglobulinen
Wenn ein fremder Erreger in den Organismus gelangt, reagiert der Körper als erstes mit der Produktion von Immunglobulin M (IgM). Weil IgM so schnell zur Verfügung steht, wird er gelegentlich auch als "Früh-" oder "Sofort-Antikörper" bezeichnet.
Die Produktion von IgM sinkt nach einigen Wochen ab. Dann sind zum Schutz des Organismus verstärkt IgG-Antikörper gebildet worden, die einen speziellen Schutz bieten. Antikörper des Typs IgM passen nicht durch den Filter der Plazenta.
Neugeborene werden in eine gefährliche Welt voller Mikroben hineingeboren, die seine Gesundheit bedrohen. Sie erhalten mit der ersten Muttermilch - dem so genannten Kolostrum - große Mengen an Antikörpern vom Typ IgA (Immunglobulin A). Immunglobuline sind Eiweißkörper, die normalerweise, wenn sie über die Nahrung zugeführt werden, im Magen verdaut werden. Durch die grobflockige Gerinnung der Milch werden die Immunglobuline im Magen nicht bzw. in nicht nennenswertem Umfang abgebaut bzw. verdaut. Dadurch gelangen solche Immunglobuline unverändert in den Darm und schützen das Kind.
Insektengift-Allergie
Eine Insektengift-Allergie wird i. d. R. durch Wespen-, Bienen- oder Hornissenstiche ausgelöst. Hierbei kommt es beim ersten Stich durch das Insekt zur so genannten Sensibilisierung des Gestochenen, die erst beim nächsten Stich bzw. Allergenkontakt eine allergische Reaktion hervorruft.
Sensibilisierung:
Beim Stich dringen Allergenmoleküle in die Oberhaut ein und gelangen zu B-Abwehrzellen. Diese werden angeregt, spezielle Antikörper vom Typ IgE zu bilden, die sich wiederum an die Außenseite von Mastzellen koppeln. Dort warten sie auf den nächsten Kontakt mit dem gleichen Allergen. Der Körper ist nun sensibilisiert, allergische Symptome treten nicht auf.
Achtung:
Schmerz, Rötung und Schwellung auch über zwei Tage sind normale Reaktionen auf einen Insektenstich und haben nichts mit einer möglichen allergischen Reaktion zu tun. Nur bei einer Schwellung von einem Durchmesser über 5 cm oder einer Allgemeinreaktion, die sich nicht in Stichnähe abspielt, besteht der Versacht auf allergische Überempfindlichkeit!
Einsetzen der allergische Reaktion beim zweiten Allergenkontakt:
Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen (und allen weiteren) werden weitere Antikörper vom Typ IgE an die Mastzellen gebunden. Jeweils zwei dieser y-förmigen Antikörper binden an das Allergen und bewirken, dass die Mastzelle entzündungsfördernde Mittlersubstanzen (Mediatoren) ausschüttet, z. B. Histamin, einen körpereigener Botenstoff, der die allergischen Symptome hervorruft.
Intrakutantest
Der Intrakutantest ist ca. 1000-mal empfindlicher als der Pricktest, jedoch aufwändiger und auch gefährlicher, da es zu allergischen Allgemeinsymptomen kommen kann. Für die Testung können ausschließlich sterile Allergen-Lösungen verwendet werden, die mittels einer Spritze mit sehr feiner Kanüle direkt in die Haut gespritzt werden.
J
K
Kaliumdichromat
Häufiges
Kontakt-Allergen
Kathon® CG/(Chlor)Methylisothiazolon (3:1)
Häufiges
Kontakt-Allergen
Kinder
Kinder sind von Allergien deutlich häufiger betroffen als Erwachsene. Prof. Dr. Wolfram Sterry (Berlin) und Prof. Dr. Johannes Ring (München) führen in ihrem jüngst erschienenen Buch "Allergie" (Thieme -Verlag 1999, S. VII u. 1) folgende Zahlen an:
•18 Prozent der Kinder im Alter zwischen neun und zehn Jahren leiden unter Heuschnupfen ("allergischer Rhinitis").
•9 Prozent der Kinder im Alter zwischen neun und zehn Jahren leiden unter Bronchial-Asthma ("Asthma bronchiale").
•15 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen leiden an einer allergischen Rhinokonjunktivitis.
•14 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen leiden an Asthma.
•8 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen leiden an einer Neurodermitis.
Klimakur
Aufenthalt in Regionen, die allergenfrei oder -arm sind, z. B. am Meer oder im Gebirge.
Kobalt (II)-chlorid
Häufiges
Kontakt-Allergen
Kobalt-Allergie
Kobalt (II)-chlorid
Kolophonium
Häufiges
Kontakt-Allergen
Konjunktivaltest
Provokationstest: Aufbringen des Allergens auf die Bindehaut des Auges (lat. Konjunktiva). Auf Grund der unangenehmen Reizung des Auges selten angewandt.
Konjunktivitis, allergische
Bindehautentzündung, allergische
Konservierungsmittel
Können Pseudoallergien auslösen. Innerhalb der EU werden alle Konservierungsmittel durch so genannte E-Nummern gekennzeichnet, z. B. steht E 210 für Benzoesäure. Welche E-Nummer für welchen Stoff steht, können Sie unserer E-Nummern-Liste entnehmen.
Kontaktallergie/Kontaktallergene
Allergische Hautreaktion auf Allergen-Kontakt, meist an der jeweiligen Stelle, z. B. Gesicht, Händen oder an Hautstellen, auf die bestimmte Kosmetika aufgetragen wurden. Bei der Kontaktallergie tritt die Reaktion i. d. R. später auf, weshalb man auch von einer Spättyp-Allergie (Typ IV) spricht.
Die 15 häufigsten Kontakt-Allergene:
1.Nickelsulfat
2.Duftstoff-Mix
3.Perubalsam
4.Thiomersal
5.Kobalt (II)-chlorid
6.p-Phenylendiamin
7.Wollwachsalkohole
8.Kolophonium
9.Kaliumdichromat
10.Terpentin
11.Euxyl® K 400
12.Kathon® CG/(Chlor)Methylisothiazolon (3:1)
13.Neomycinsulfat
14.Thiuram-Mix
15.Quecksilber-(II)-amidchlorid
Kontakt-Ekzem
Hautausschlag infolge einer Kontaktallergie.
Kontakt-Urtikaria
Urtikaria infolge einer Kontaktallergie.
Kortison
Glukokortikoide
Kreuzallergie
Allergie über Kreuz. Pollenallergiker leiden häufig an allergischen Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel-Bestandteile. Nicht selten reagieren z. B. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, auch allergisch auf den Genuss von Äpfeln oder Nüssen. Sowohl bei Blütenpollen als auch z. B. bei Obst oder Nüssen handelt es sich bei dem allergieauslösenden Stoff nämlich um Eiweiße, und diese sind sich z. T. sehr ähnlich.
Kuhmilchallergie
Allergie gegenüber Bestandteilen der Kuhmilch, z. B. Kasein, das über 70 Prozent des Gesamtgewichts an Milcheiweiß ausmacht und beim Erhitzen nur wenig von seiner Allergenität verliert. Von allen in der Kuhmilch enthaltenen Eiweißarten gelten insgesamt fünf als Allergene, von denen einige auch von den eiweißspaltenden Enzymen im Darmtrakt nicht gespalten werden können.
L
Lactose
Lanolin Wax
Wollwachsalkohole
Latex-Allergie
Allergie gegen die Milch des Kautschuk-Baumes. Zu unterscheiden ist, ob der Allergen-Kontakt über die Haut (z. B. bei Kondomen) oder die Atemwege (z. B. bei gepuderten Einmalhandschuhen) erfolgt. So können sich bspw. Latexpartikel aus dem Gummimaterial lösen und an den Puder binden.
Licht-Urtikaria
Wenige Minuten nach Sonneneinwirkung kommt es, scharf begrenzt, auf dem belichteten Bezirk zu Quaddelbildung (wie nach Brennnesselkontakt). Ursache ist ein Eiweißstoff in der Haut, der nach Lichteinwirkung Mastzellen aktiviert.
Zur genauen Diagnostik ist eine Untersuchung durch den Hautarzt notwendig.
•Polymorphe Lichtdermatose
•Phototoxische Reaktion
•Photoallergische Reaktion
•Mallorca-Akne
Lymphozyten
Weiße Blutkörperchen
M
Mastzellen
Bekommt eine Mastzelle mit, dass Sie in Kontakt mit einem bestimmten Stoff gekommen sind, wird Histamin freigesetzt. Dafür muss sie erst einmal sensibilisiert werden, und dies geschieht über bestimmte Antikörper, die auf der Haut der Mastzelle sitzen wie Stacheln auf einem Igel. Diese "Stacheln" verbinden sich mit den eingedrungenen Antigenen (Fremdkörpern), z. B. mit Pollen, die Mastzelle bemerkt den Fremdstoff, setzt Histamin frei, und Ihre Nase beginnt beispielsweise zu jucken.
Mallorca-Akne
Erscheinungsbild ähnelt der Akne. Flecken und Knötchen treten im Bereich der Arme, des Gesichtes, des Rückens und der Brust auf. Ursache ist wahrscheinlich eine follikuläre Verhornung infolge der Verwendung stark fetthaltiger, insbesondere öliger Lichtschutzmittel.
Zur genauen Diagnostik ist eine Untersuchung durch den Hautarzt notwendig.
•Polymorphe Lichtdermatose
•Phototoxische Reaktion
•Photoallergische Reaktion
•Licht-Urtikaria
Mastzellenstabilisatoren
Gruppe von Medikamenten, die schwach antiallergisch wirken, indem sie die Außenhaut der Mastzellen so "abdichten", dass diese weniger Histamin ausschütten kann. Hierdurch werden Soforttyp-Allergien (Typ I) gedämpft.
MCS
Multiple Chemical Sensitivity (Multiple chemische Sensitivität)
Häufigkeit:
15-30% der Bevölkerung haben leichte bis mittelschwere Symptome
4-6% der Bevölkerung haben schwere Symptome
laut US-Studien (Europa ist vergleichbar)
Definition von Chemikaliensensibilität - Stand: 2000
1. Die Symptome sind reproduzierbar
2. Der Zustand ist chronisch
3. Expositionen im Niedrigdosisbereich resultieren in einer
Manifestation des Syndroms
4. Die Symptome verbessern sich oder verschwinden, wenn
der Auslöser entfernt ist
5. Reaktionen entstehen gegenüber multiplen nicht
chemischen Substanzen
6. Die Symptome involvieren mehrere Organsysteme. (1999
ergänzt) Andere Krankheiten oder Allergien stellen keine Ausschlussdiagnose für MCS dar.
Mehlstaub-Allergie
Auch als "Bäcker-Asthma" bekannt; wird durch Bestandteile des Mehlstaubes oder durch Backhilfsstoffe ausgelöst. Eine Mehlstaub-Allergie macht häufig einen Berufswechsel unabdingbar.
Methylisothiazolon
Kathon® CG/(Chlor)Methylisothiazolon (3:1)
N
Nahrungsmittelallergie
Allergien gegen Lebensmittel. Man unterscheidet pflanzliche und tierische Nahrungsmittel-Allergene:
Pflanzen:
•Stein- und Kernobst (häufig)
•Gemüse, z. B. Sellerie (häufig)
•Gewürze und Kräuter (häufig)
•Nüsse und Samen (häufig)
Tiere:
•Ei (häufig)
•Milch, z. B. von Kuh, Ziege, Schaf (häufig)
•Schalentiere, z. B. Krebs, Garnele, Hummer (häufig)
•Fleisch, z. B. Rind, Schwein, Wild, Hammel (selten)
•Fisch (selten)
•Geflügelfleisch (selten)
•Gelatine (selten)
Mikroorganismen/Pilze:
•Hefen
•Schimmelpilze
Naturlatex-Allergie
Latex-Allergie
Nedocromil
Mastzellenstabilisator
Neomycinsulfat
Häufiges
Kontakt-Allergen
Nesselfieber
Urtikaria
Neurodermitis
Mit starkem Juckreiz einhergehender Hautausschlag, der meist bereits im ersten Lebensjahr auftritt und in Schüben verläuft. Im Erwachsenenalter seltener; eine erbliche Komponente gilt als gesichert.
Die Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Haut zu Entzündungen neigt. Die Anlage ist erblich, die Auslösung erfolgt durch verschiedene Faktoren. Charakteristisch ist ein schubweiser Verlauf, bei dem es vor allem bei Erwachsenen in den Gelenkbeugen zu Rötung, Schuppung und Juckreiz der Haut kommt.
Die Ursachen der Neurodermitis sind komplex. Insbesondere Faktoren wie mechanische Reizung der Haut und Allergien spielen oft eine auslösende Rolle, Stress kann als verschlechternder Faktor hinzu kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Allergien, meist auf Lebensmittel (vor allem Milch und Ei) fast immer an der Auslösung der Neurodermitis beteiligt. Bei Erwachsenen überwiegen Allergien durch Stoffe, die über die Luft in Kontakt mit der Haut treten (vor allem Hausstaub, Tierhaare und Pollen).
Zusätzlich zu den Allergien treten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen häufig nicht-allergische Unverträglichkeitsreaktionen gegen Südfrüchte auf.
Nickel-Allergie
Kontaktekzem, Nickel (II)-sulfat
Nickel (II)-sulfat
Häufiges
Kontakt-Allergen
O
Oxybenzon
photoallergische Reaktion
P
Patchtest
Epikutantest
Periennialer Schnupfen
allergischer Schnupfen
Perubalsam
Häufiges
Kontakt-Allergen
p-Phenylendiamin
Häufiges
Kontakt-Allergen
Pheoxyethanol
Euxyl® K 400
Photoallergische Reaktion
Genau wie bei der phototoxischen Reaktion wird ein zunächst harmloses Molekül (z. B. in einem Medikament oder in einer Kosmetik) durch Sonneneinstrahlung in der Molekülstruktur verändert und nur in dieser veränderten Form - als Allergen - nun vom Immunsystem sinnlos bekämpft.
Auslöser sind meist auch häufige Zutaten von Sonnenschutzmitteln. Die allergene Wirkung wird insbesondere in Kombination mit der langwelligen UV-A-Strahlung (Wellenlänge: 320-440 nm) entfacht. Häufig auslösende Inhaltsstoffe:
•einige ehemalige Lichtschutzfilter
•Oxybenzon (ebenfalls in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten)
• Duftstoffe, vor allem ätherische Öle
• Konservierungsstoffe
Auch Medikamente können photoallergen wirken. Beispiele:
•halogenierte Salizylanillide, Hexachlorphen, Chlorhexidin
•Mittel gegen Pilze, z. B. Buclosamid
•Chemotherapeutika wie Sulfonamide, Tetrazykline, Nalidixinsäure
•Rheumamittel wie Indometazin
•Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin, Amiodaron
•Entwässernde Mittel wie Hydrochlorothiazid
•Psychopharmaka, z. B. Phenothiazin
Klinisch äußert sich die Photoallergische Reaktion als juckende, schuppende Hautrötung, unscharf auf die belichteten Bezirke begrenzt.
Zur genauen Diagnostik ist eine Untersuchung durch den Hautarzt notwendig.
•Polymorphe Lichtdermatose
•Phototoxische Reaktion
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